June 27, 2009
April 07, 2009
Don't do that, it's verboten
Lustig, dass das Wort verboten den Weg von der deutschen in die englische Sprache fand. Es wird gern im Sinne von "streng verboten" genutzt, und da hat man wohl nicht ganz ohne Grund die deutsche Variante aufgenommen. "Verboten" haftet im Englischen mehr als nur ein Hauch von "und versuch ja nicht, dich diesem Verbot zu wiedersetzen" an.
Mein Foto-Spontanurlaub stößt auf unerwartete Schwierigkeiten. Nicht das Wetter ist ein Problem, nein, Sicherheitsleute und Anti-Terror-Gesetze beschneiden mich in meiner Freiheit, abzulichten, was mir vor die Linse kommt (und wir reden hier nicht von Personen, sondern von Gebäuden).
Zugegeben, selbst in einer bunten Stadt wie London ist die Anzahl der Hobbyfotografinnen Mitte vierzig, die eine ausgeprägte Schwäche für Industrie-Ruinen und rostige Gasometer haben wahrscheinlich überschaubar. Daher mache ich mir auch nicht allzu viel aus den leicht befremdeten Blicken, wenn ich wieder mal wieder irgendeine Berühmtheit übersehe, während mein Objektiv auf einen halb-verfallenen Schornstein gerichtet ist. Hmmmm....Backstein...
Gestern begann es ja noch ganz gut. Halb Croydon ließ sich wiederstandslos knipsen. Als ich mich dann aber ans Ende des Bahnsteiges in London Bridge begeben wollte, um das höchste Krankenhausgebäude der Welt, Guy's, abzulichten, machte man mich darauf aufmerksam, dass ich dazu eine schriftliche Genehmigung des Bahnhofbetreibers benötigte. OK...
Ich bin also ins Verwaltungsgebäude marschiert, dort verwies man mich aber an die zentrale Pressestelle von Network Rail, dem Betreiber aller großen Londoner Bahnhöfe. Meine Beteuerung, dass ich doch gar keine strategisch wichtigen Züge sondern nur Architektur ablichten möchte, blieb ungehört. Ebenso mein Hinweis auf Englands großartiges industriell-archtektonisches Erbe. Und so musste ich den Tag ein wenig umplanen.
Heute verschlug es mich dann beim Fotografieren des alten Kraftwerks an der Lots Road in Chelsea kurz auf das Gelände des Chelsea Harbour. Eine stinklangweilige Neubausiedlung für Superreiche, um einen Yachthafen herum gebaut. Hat nur leider den besten Ausblick auf das Kraftwerk.

Ich wurde prompt zurückgepfiffen - "Keine Fotos auf diesem Gelände!". Mein wiederum schwacher Protest, ich würde ja keine Fotos vom Gelände machen interessierte wieder nicht. "Wenn Sie glauben, dass Sie einen guten Grund haben, auf diesem Gelände (NEIN, ich will das Kraftwerk!!!) Fotos zu machen, können Sie sich um eine Genehmigung bei der Verwaltung dort drüben bemühen," fügte der bullige Sicherheitsmann hinzu. Allerdings mit einem unüberhörbaren Ton von "aber was ein guter Grund ist, bestimmen wir".
Das hat mich dann schon genervt. Klar, das Ganze ist ein Privatgrundstück, allerdings mit Wegerecht. Ob nun allerdings die Welt untergeht, wenn ich zwei Meter von der Grundstücksgrenze entfernt vor den Augen des Wachmanns zwei, drei Fotos von einem historischen, denkmalgeschützten Gebäude mache, wage ich zu bezweifeln.
Am meisten hat mich genervt, dass er bestimmt dachte, ich fände die Luxuswohnungen und die Yachten so toll. Gähn.
Wenn jetzt eine Luxusyacht durchs Bild schippert, bin ich geliefert
March 16, 2009
Gut geölt
Heute in der Pause einkaufen gewesen. Eine Literflasche vom feinsten kaltgepressten Olivenöl und eine Verlängerungsschnur. Beides im selben winzig kleinen Elektroladen in Clerkenwell.
Das hausgemachte Olivenöl von Elektriker Mehmet Murat wurde von irgendeinem Experten als "bestes in England" bezeichnet. Nun fehlt mir ein wenig die Expertise, aber da wir sowohl eine Verlängerungsschnur als auch Olivenöl brauchten, war die Kombi ideal. Das Öl, das man vor Ort probieren kann, schmeckt, und mit £9 pro Liter ist es auch noch vergleichsweise günstig. Die Times ist auch begeistert.
March 15, 2009
March 14, 2009
Minor Delays

Schoen was zum Aufregen diese Woche: Untersuchungen haben ergeben, dass man vor dem 2. Weltkrieg auf den wichtigsten Londoner Pendlerrouten schneller war als heutzutage. Die Fahrzeit von Surbiton nach Waterloo beispielsweise hat sich um 2 Minuten erhoeht. Zurzeit braucht man mit einem Schnellzug 19 Minuten (obwohl ich es mit einem rasenden Zug Richtung Portsmouth auch schon mal in ca 13 Minuten geschafft hab. Aber das war spaet am Abend nach 22 Uhr, wenn nicht mehr so viele Zuege unterwegs sind)
Die Durchschnittsgeschwindigkeit eines Pendlerzuges fiel von 41.86mph auf 37.05mph. Und jemand hat auch noch ausgerechnet, dass wir in Surbiton bis zu 29 Stunden pro Jahr damit verbringen, auf Zuege zu waren. Wirklich aufmunternde Erhebungen.
March 12, 2009
Doppelkammerteebeutelherstelller scheitert
Ein kleiner Teeladen im benachbarten Richmond gewann Anfang dieser Woche einen Rechtsstreit gegen den deutschen Teegiganten Teekanne. Dieser hatte The Tea Box verklagt, weil deren Logo dem von Teekanne weil deren Logo dem von Teekanne zum Verwechseln aehnlich sei. Nee, is klar...
Teekanne wird uebrigens hierzulande nicht vertrieben. Brillen allerdings sehr wohl.
March 08, 2009
Der Kreis schließt sich...
...nicht mehr.
Kurz vor Ende dieses Jahres werden wir das Ende einer Institution erleben: die Circle Line, die einzige U-Bahn-Linie ohne Anfang und Ende, wird ab Dezember nicht mehr im Kreis fahren. Die gelbe Schnecke wird endlich endlich.
Grund für die neue Streckenführung, die man hier sehr schön sehen kann, sind die chronischen Verspätungen der Ringlinie. Durch Endhaltestellen hofft man, dem ständigen Hinterherhecheln hinter dem Fahrplan endlich Herr zu werden. Zumal Verspätungen auf der Circle Line auch meist Verspätungen auf anderen Linien zur Folge haben, weil die Ringlinie sich zurzeit auf der ganzen Strecke die Gleise mit anderen Linien teilt.
Künftig geht es also in Hammersmith los und endet in Edgware Road - interessanterweise (okay, sowas finden wohl nicht viele interessant) wird diese End- oder Anfangsstation damit zwei Mal angefahren, auch wieder eine Kuriosität.


